Manila… eine – zwei – drei Welten?

 

Heute durfte ich die verschiedenen „Manilas“ kennen lernen – denn eigentlich ist Metro Manila ja ein Zusammenschluss mehrerer Staedte, was bei naeherer Betrachtung auch sehr deutlich wird.

Puenktlich um 10:00 Uhr (eine Stunde spaeter, weil ich eigentlich ausschlafen wollte… dass ich trotzdem um 6:00 Uhr wach war, beweist den JetLag) wurde ich von Master Nick und seinem Schueler Jonathan abgeholt. Heute ging es zum Training nicht in den Luneta Park, sondern zu Master Nicks Haus. Nach fast zwei Stunden Jeepney (immer noch raetselhaft und ohne Kenntnis der Strassennamen schwer zu verstehen) und LRT (die klimatisierte S-Bahn von Manila.. fuer 15 Piso ziemlich komfortabel) weiss man erst zu schaetzen, was die Trainer da auf sich nehmen, wenn sie jeden Tag vor meinem Hotel stehen. Auf dem Weg zu Master Nicks Haus (irgendwo weit im Norden… ) lernte ich dann auch eine andere Seite von Manila kennen.

Kannte ich bisher nur Malate – das Touristen-Mekka Manilas – sah ich nun auch die Ecken von Manila, die nicht vom europaeischen/amerikanischen Geld profitieren.

Kaum angekommen, ging das Training auch schon los. Angefangen haben wir mit einem Partnerdrill (um mir die Peinlichkeit zu ersparen, versuche ich gar nicht erst, den philippinischen Namen hier zu schreiben), der nacheinander mit Stock, Barong, Messer und waffenlos trainiert wurde. Wieder hiess es Footwork, Footwork, Footwork. Wie schon beim Pamantukan Kali Ilustrisimo von Master Pedring stand auch beim Bahad Zu’bu die Lateral-Schrittarbeit im Vordergrund.

Danach folgten einige praktische Anwendungen des Drills und etwas Messerkampf. Nach einer kurzen Pause wurde dann noch Trankada (?) trainiert, ein Doppelstock-Parry/Konter gegen alle 12 Angriffe und seine Umsetzung mit Barong, Messer und waffenlos. Nach fast 4 Stunden war es dann genug fuer heute, und Master Nick zeigte mir noch die Waffensammlung von GM Yuli Romo. Wunderschoene alte Barongs, Kris’, Sansibars und andere Schwerter lagen da in einer Glasvitrine… das kleine Ein-mal-Eins der philippinischen Waffenkunde.

EDIT: Da ich grad mal wieder im Forum ueber das Thema “waffenlos und FMA” gelesen hab, noch eine kleine Erwaehnung am Rande. Master Nick, mein Trainer heute und seit ueber 30 Jahren Schueler von GM Yuli Romo, hat schon bei unserem ersten Treffen eines klargemacht. Sein Grund fuer Bahad Zu’bu ist der waffenlose Kampf. Was immer wir trainieren, wird am Ende waffenlos umgesetzt. Jede Bewegung aus dem Doppelstock oder Messerkampf, die wir trainiert haben, wurde danach waffenlos trainiert. Jede Entwaffnung wird waffenlos als Hebel realisiert. Natuerlich trainiere ich hier zeitlich gesehen mehr Waffe (eben Stock, Barong und Messer) als Empty Hands, aber bei Master Nick fuehrt alles hin zum waffenlosen Kampf. Und da wird auch der Schwerpunkt fuer das Verstaendnis gelegt. Wenn also das naechste Mal die Frage aufkommt, ob die FMA wirklich Waffenlosen Kampf trainieren (oder ob das nur aus Marketing-Gruenden dazu gehoert) empfehle ich, einfach mal nach Manila zu fahren und ein paar Einheiten Bahad Zu’bu zu trainieren… das beantwortet die Frage sofort. Edit-Ende

Im Anschluss an das Training machte ich mich auf Richtung Makati, um den Squadron Shop zu suchen, von dem ich im FMA-Forum gelesen hatte – schliesslich hatte ich noch nicht einmal eigene Sticks. Ohne die Hilfe von Jonathan, meinem Travel-Guide (*G*) waere ich wohl nicht einmal in Makati angekommen. Als ich dann aber doch nach zwei Stunden (Jeepney, LRT, Bus) ausstieg, kam der zweite Kulturschock. Eben noch umgeben von einfachen Huetten, fand ich mich in einer Welt der glaesernen Hochhaeuser wieder. Makati erinnert eher an die Skyline von LA oder Tokio als an das philippinische Manila meiner Vorstellung. Wie in Amerika fuehlt man sich denn auch in den Malls – riesige Kinos neben Wendys, Burger King, Pizza Hut und McDonalds; Sony, Panasonic und Nokia neben City Bank, HK Bank, …

Im Vergleich zu Makati sieht der Potsdamer Platz aus wie ein Dorf-Marktplatz! Dementsprechend oft ragen hier auch Europaeer und Amerikaner aus der Menge, die Cafes sind voller offensichtlich gut verdienender Filipinos, vor allem aber auch Chinesen und Japaner.

Die einzige Gemeinsamkeit mit Malate und der Gegend von Master Nicks Haus – ich fand mich wieder nicht zurecht. Statt verwinkelter Gassen sah ich mich nun mit riesigen Malls mit zahlreichen Ebenen konfrontiert – und ich wusste nur, dass der Shop irgendwo am Makati Cinema Square sein sollte. Gluecklicherweise hatte ich aber Jonathan dabei, der nach einigem Herumfragen (die Security an jeder Ecke erfuellt ganz gut den Zweck einer Touri-Information) auch diese Huerde ueberwand und den Squadron Shop fand. Neben ein paar Stoecken gab es erfreulicherweise auch VCDs diverser schon seit Unzeiten nicht mehr erhaeltlicher FMA-Videos, so dass ich nun auch die Mandirigma-Produktions von Tatang Ilustrisimo und Ondo Caburnay habe.

Als wir aus der Mall kamen, war es dunkel (mein Zeitgefühl ist völlig im Eimer, und dann geht die Sonne auch noch um 19:00 Uhr unter!) aber immer noch heiss im Vergleich zum klimatisierten Shoppingcenter. Genug fuer Tag 2.

10 km (= 40 Minuten Taxi) spaeter war ich wieder im Hotel und nun tippe ich hier fleissig meinen Blog. Mal schaun, obs auch jemand liest 😉

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Published in: on March 8, 2007 at 1:53 pm  Comments (2)  

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2 CommentsLeave a comment

  1. Aber sicher liest das jemand. Wir bleiben am Ball! 😉

    Gruß aus Freiburg

    Toni

  2. Wo ist der Bericht von Morgen (Freitag) :-)))))


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