Pamantukan Kalis Ilustrisimo

Heute habe ich wieder einige Stunden mit Master Pedring Romo im Luneta Park trainiert. Thema war vor allem sein persönlicher Stil, im Anschluß haben wir aber auch andere Themen behandelt, zum Beispiel das Trankada und die ‚netten’ Direktkonter von Tatang Ilustrisimo.

Master Pedring

Master Pedrings Pamantukan Kalis Ilustrisimo ist ein Stil, wie man ihn wohl in Europa oder Amerika nicht findet – denn er beschraenkt sich auf eine sehr überschaubare Anzahl von Techniken. – Keinesfalls, weil es Meister Pedring an Techniken mangelt, sondern weil sein Pamantukan KI nur die Techniken enthält, mit denen er auch tatsächlich kämpfen würde.

Master Pedrings Laufbahn liest sich ähnlich wie die von Edgar Sulite und lässt uns Europäer vor Neid erblassen. Sein Training begann schon als Kind mit dem Familienstil der Romos, die zu dieser Zeit schon zu den berühmtesten Eskrimadores Cebus gehörten. Danach setzte er, wie auch sein Bruder Yuli Romo, sein Training im Balintawak fort, bis er schließlich Antonio Ilustrisimo traf. Er gehört neben Tony Diego und Yuli Romo zu den Schülern der ersten Generation. Im Gegensatz zu ihnen setzte er sein Training aber auch mit vielen anderen Großmeistern wie Jose Mena und Benjamin Luna Lema fort.

Pamantukan Kalis Ilustrisimo

Aus dem Gelernten entwickelte Master Pedring sein Pamantukan Kalis Ilustrisimo, das sich, wie schon geschrieben, auf wenige, effektive Techniken beschränkt. Dementsprechend nennt er es auch Combatant. Daneben trainiert er auch noch einige Schüler im Sport-Arnis. Hier liegt der Schwerpunkt auf Geschwindigkeit und Ausdauer, und einer seiner Schüler gewann dieses Jahr die Meisterschaft in seiner Klasse (ArPhil / Narphil).

Das Training im Pamantukan beginnt mit dem Einzelstock. Unterrichtet wird in mehreren Stufen.

  1. Offensive Techniques = die 12 Angriffe
  2. Defensive Techniques = die Verteidigung gegen die 12 Angriffe
  3. Defensive Conter = die typische Konter-Kombination
  4. Disarm = die Entwaffnungen gegen die 12 Angriffe
  5. Locks = Hebelkonter

Nachdem die Techniken mit dem Stock abgehandelt sind, werden sie zum besseren Verständnis mit Barong, Messer und Waffenlos, dann mit Doppelstock, zwei Barongs und zwei Messern umgesetzt. Dabei handelt es sich tatsächlich um direkte Umsetzungen. Die Unterschiede werden durch angepasste Schrittarbeit ausgeglichen, die Parries, Konter, Entwaffnungen und Hebel bleiben gleich. Dadurch hat Master Pedring in jeder Situation die gleiche Reaktion und handelt so auch reflexartig ohne das kleinste bisschen zu zögern oder nachzudenken.

Wenn ich schreibe, dass sich das System auf wenige Techniken beschränkt, heißt das aber natürlich nicht, dass nach den 5 Stufen Schluß ist. Stattdessen werden die Techniken ‚verfeinert’. Ein Beispiel: Der typische Parry des Pamantukan KI ist ein ‚Mit-der-Kraft’-Parry in Kombination mit der Lateral-Schrittarbeit des KI. Wenn man Master Pedring angreift, macht er auch genau diesen Parry – allerdings kommt vorher ein Direktkonter (Stich) zum Unterleib oder zu den Augen, wie ihn auch Antonio Ilustrisimo gerne gemacht hat. Ähnlich ist es mit allen Techniken. Der Konter des Pamantukan KI ist eine Kombination aus zwei Stichen und zwei Schnitten zu Augen/Kopf des Gegners. Master Pedring trifft dabei noch mehrfach den Arm und den Hals, ohne die Technik zu verändern sondern nur durch leicht veränderte Ausführung.

Stiche sind überhaupt ein wichtiges Augenmerk des Pamantukan KI. Beim Training mit Master Pedring hat man immer eine Stockspitze stichbereit einige Zentimeter vor den Augen schweben. Bei jeder Aktion – sei es der Parry, die Entwaffnung, oder die Kontrolle des gegnerischen Armes, wird zu den Augen gestochen. Darin zeigen sich die klingenbasierenden Wurzeln des Stiles, da ein Schnitt/Stich zu den Augen immer die effektivste Form der Verteidigung war.

Disarm-Video

Hier noch ein kleines Video. Leider hab ich den Camcorder erst nach 4 Stunden angeschaltet, als es um die Disarms ging, deshalb sind Parry und Konter nur angedeutet und man sieht nicht so schön, wie sich Master Pedring eigentlich bewegt.

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Published in: on March 10, 2007 at 11:14 am  Leave a Comment  

Tag 3 und 4

gestern

Da es sich heute anbietet, unterteile ich den Eintrag in ‚Training’ und ‚Leben in Manila’. Gestern war Funkstille, da ich nicht trainiert habe und nicht wusste, ob ich überhaupt etwas posten soll. Hier aber doch noch ein paar Worte zum gestrigen Tag.

Mein Plan war einfach – raus aus dem Hotel und Malate/Ermita erkunden. Leichter gesagt als getan. Ich wusste, dass der Luneta Park Richtung Norden gelegen war – ich war ja schon da, nur eben mit dem Jeepney gefahren – also bin ich einfach losgewandert. Malate ist so etwas wie die Reeperbahn Manilas – Hotels, Kneipen, Cafes, Discos, Clubs, … (Nachtclubs dagegen eher in Ermita, was es Abends ermöglicht, auch unbehelligt aus dem Hotel zu gehen.) Ich bin also frohen Mutes Richtung Norden gewandert, um zum Luneta Park zu kommen, bis ich plötzlich am Ende der Straße angelangt war. Offensichtlich war meine Erinnerung falsch… Adriatico Street geht nicht bis zum Luneta Park. Nach einigem Hin und Her hab ich es dann doch gefunden und bin bei gefühlten 100° (naja.. also 37° + direkte Sonnenstrahlung) durch den Park gewandert, als sich das nächste Problem zeigte. Ich war offensichtlich der einzige dumme Europäer, der bei der Temperatur unterwegs war… also auch das einzige Opfer fuer die verkaufstuechtigen Strassenhaendler. Schon nach 3 Minuten hatte ich 2 “Begleiter”, die lautstark auf mich einredeten, ich solle doch ihre Pferdekutsche bzw. ihre Fahrradrikscha benutzen. Meine Idee, auf die Hauptstraße (mehrere Spuren, schnelle Autos) einzubiegen, war erfolglos (das Hupen der empörten Autofahrer störte offensichtlich weder die Fahrer noch das Pferd) und so musste ich mich Richtung Rizal Monument aufmachen (da kommen keine Fahrzeuge hin) – was noch mal 15 Minuten dauerte (und mir mitleidige Blicke der philippinischen Studenten im Park einbrachte, die über meine “Begleiter” lachten).

Viel ruhiger war es auch hier nicht (statt „do you want a ride“ hiess es jetzt „Hey, Joe“ aus allen Richtungen), aber zumindest wurde ich nicht mehr belagert. Nach mittlerweile mehreren Stunden in der Sonne, war es dann doch genug, und ich machte mich auf den Weg zum Shoppen. Also nur noch die Mall finden. Am Dienstag war ich ja schon mit Meister Nick im SM, allerdings wieder mit dem Jeepney, und die Dinger sind mir noch immer ein Rätsel. Ich benahm mich also Tourie-Like und fragte einfach alle 100 Meter einen Wachmann, bis ich bei der Robinson Plaza Mall ankam. 2 große Gebäude, mit einander verbunden. 4 Etagen, 1 Supermarkt, 3 Department Stores, wahrscheinlich 100 kleine Läden, Massagesalons, Restaurants, 6 Kinos, eine Bowlingbahn – und am wichtigsten: Klimaanlage. Endlich verstehe ich, wieso in amerikanischen Filmen immer alle ‚in die Mall gehen’. Das ist nicht einfach Einkaufen… das ist mehr. Nach ein paar Stunden (vor allem mit der Suche nach den richtigen Shops verbracht) hatte ich alles eingekauft, gegessen, eMails gecheckt und „300“ im Kino gesehen (ich musste meine Füße ausruhen). Etwa 20 solcher Malls gibt es in Manila… wahrscheinlich, damit alle Schüler und Studenten irgendwo ihre Freizeit verbringen können.

Danach war ich dann doch froh, als ich wieder im Hotel war.

heute

Das erste, was mir heute auffiel: ich habe Blasen an den Füßen. Offensichtlich sind meine Füße noch nicht an das Klima gewöhnt.

Das zweite: es ist erst 5:30 Uhr. Immernoch Jetlag!

Um 9:00 Uhr ging es mit Master Pedring und Master Nick in den Luneta Park zum Training (siehe oben), danach in die Mall (SM .. wieder mit dem Jeepney, wieder würde ich es nicht wieder finden) Flugtickets für Montag kaufen.

Dann geht es auf die Camote Islands zum Training mit GM Yuli … frische Luft, weiße Strände, gegrillter Fisch. Und hoffentlich auch Internet, denn sonst ist hier bald Funkstille.

Morgen steht erstmal das Picknick des FMA-Forums an, mit Sayoc Kali und Abnir Kali Dann gibt es auch wieder News von mir.

Published in: on March 10, 2007 at 11:10 am  Comments (1)