Lightning Scientific Arnis mit Guro John Escudero

Ich habe es endlich mal geschafft, das Training von Guro John Escudero mit meinem Camcorder im Rucksack zu besuchen. Klassische Espada y Daga Techniken und viel Power zeichnen den Stil von GM Benjamin Luna Lema aus, und die Gruppe von John ist auf jeden Fall einen Besuch wert! Sehr sympathische Jungs (und Mädel), tolles Training, toller Stil.

Hier ein paar Impressionen aus dem Red Corner Gym, bzw. dem Garten des Intercontinental Hotels.

Video: Lightning Scientific Arnis Training

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Published in: on June 12, 2007 at 4:48 pm  Comments (8)  

SM Megamall Show

Hier noch die Teilnehmerliste des SM FMA Festivals, falls jemanden die teilnehmenden Stile interessieren.

  1. PNP Kali Sports Demo Team
  2. L.S.A.I Warriors
  3. Mink Mongoose
  4. Rapido Realismo Kali
  5. KIMA
  6. Arnis Kali Escrima – Telebangco System
  7. Tanggolan Philippines
  8. Arkado
  9. PIGSSAI
    Doblete Rapellon
    Sikaran
    Jendo
    Yoyo
    Waldas 357
    Arnis Combat Kiathson
  10. Dekiti Tirsia
  11. Balintawak
  12. Kali Arnis International
  13. Sandakan and Baja Tenkayaw
  14. BAHAGHARI
  15. International Modern Arnis Federation
  16. Arnis Cruzada
Published in: on June 6, 2007 at 7:24 pm  Comments (1)  

Manila…

Drei Tage in Manila und ich bin schon halb dabei, meine Rückkehr nach Visayas zu planen. Manila ist einfach zu groß, zu laut – und zu teuer. Und so erwische ich mich dabei, dass ich lieber hier in Friendlys Guesthouse relaxe (super-gemütliche Backpacker-Unterkunft, bei der es auch mal Wine-Hour und ähnliche Events gibt), als vor die Tür zu gehen.

Aber natürlich hat Manila auch einen großen Pluspunkt: Den Luneta-Park (oder offiziell: Rizal-Park). Wenn man Sonntags in dem Park herumläuft, kann man überall FMA-Gruppen finden. Und so war auch ich heute unterwegs, um die Ilustrisimo-Gruppe zu suchen. Wer schon im Luneta-Park war, weiss aber, dass das einer Suche nach der Nadel im Heuhaufen gleichkommt. (In einem sehr heissen, sonnigen Heuhaufen.) Glücklicherweise waren aber noch ein paar andere Meister vor Ort, die ich schon kennen gelernt hatte, und Guro Henry Espera konnte mir schließlich den Weg weisen. Tony Diego, Romy Macapagal und Robert Morales, um nur einige der Anwesenden zu nennen. Leider fing es kurze Zeit später an zu donnern, und so bekam ich noch nicht viel vom Training zu sehen, aber morgen ist ein Besuch im Gym geplant. Das gleicht sogar die negativen Seiten Manilas aus.

Außerdem werde ich wohl am Dienstag zum Dojo von GM Ernesto Presas gehen. Hier in Friendlys Guesthouse sind derzeit drei Schüler von GM Ernesto (aus Amerika und Israel), die beim Kombatan-Camp in Hinigaran waren und jetzt in seinem Dojo weiter trainieren, und so werd ich mal schaun, ob ich noch was von meinem Kombatan-Training kann 🙂

Published in: on May 27, 2007 at 7:07 am  Comments (2)  

FMA Festival bei SM

Heute war die letzte SM FMA Festival Show, wegen der ich auch rechtzeitig nach Manila wollte. Es waren erstaunlich viele FMA-Grössen anwesend, und damit ich keine Namen vergesse, folgt die Liste morgen (wenn ich alle Namen von den Organisatoren habe).

Ein paar Bilder gibts schon jetzt – und viele der Meister sollte man ohnehin erkennen!

Published in: on May 25, 2007 at 5:09 pm  Leave a Comment  

2 Tage bei Mawe

Am Montagabend, nachdem Flug und Hotel in Manila schon für Donnerstag gebucht waren, erfuhr ich von meinem Trip nach Toledo, um Manuel ‘Mawe’ Caballero zu besuchen. Dienstag früh ging es dann auch um 9 Uhr los, raus aus der Stadt und ab ins süwestliche Cebu (Island). – War zwar alles SEHR kurzfristig, aber die Chance, noch mal etwas intensiver ins DeCampo 1-2-3 Orihinal zu schnuppern, wollte ich mir dann doch nicht entgehen lassen.

Nach gut 2 Stunden Fahrt erreichten wir Mawes Haus und 10 Minuten später ging das Training auch schon los… Von 11 bis 16 Uhr. Das war nur auszuhalten, weil sein Haus direkt am Meer gelegen ist und der Wind die 38° C etwas ausgeglichen hat.

Mawes DeCampo 1-2-3, obwohl in vielen Punkten dem JDC-IO ähnlich, unterscheidet sich nach genauerem Hinsehen doch in einigen Aspekten von dem, was ich bisher kennen gelernt habe.

Sehr zu meiner Freude hat auch das DeCampo 1-2-3 ein niedergeschriebenes Curriculum. Obwohl darin natürlich immer nur die Basis des Stils zu sehen ist – ich mag es, zu wissen, wo ich im Programm bin! Mawe ist ein sehr offener Trainer, der das Training nicht in die Länge zieht, und so ging es überraschend schnell voran – durch das ganze Programm. Am Mittwoch wurde das ganze Programm wiederholt und im Anschluss die Anwendung am Gegner trainiert.

Das Programm ist sehr systematisch in 3 Stufen aufgebaut (1. Nur Einzelstocktechniken, 2. Auf Stufe 1 aufbauende Doppelstocktechniken und fortgeschrittene Einzelstocktechniken, 3. Kombinationen und Spezialtechniken mit 1 und 2 Stöcken) und lässt keine Langeweile aufkommen. (Allerdings war die eine Woche ohne Training wohl zu lange für meine Hände… Die Blasen sind wieder da.) Natürlich liegt auch bei Mawe der Schwerpunkt im Largo, aber es scheint noch mehr Techniken für den Medio-Bereich zu geben als im JDC-IO. Ansonsten sind die Grundprinzipien aber dieselben. Der Stil lebt von schnellen, kraftvollen Schlagkombinationen zu den richtigen Zielen, und so wird auch trainiert. Anders ist aber, dass es im DeCampo 1-2-3 noch richtige Blocks gibt (obwohl sie wohl nur als Basis dienen – ich habe Mawe nie statisch Blocken sehen) und dass neben dem Einzelstock auch mit 2 Stöcken trainiert wird.

Wie im DeCampo JDC-IO gibt es auch bei Maui vergleichsweise mehr Angriffstraining als in anderen Stilen wie Modern Arnis, Balintawak oder Doce Pares. Statt auf einen Angriff zu warten und dann aus dem Block heraus zu kontern, übt man mit Kombinationen und Finten Druck auf den Gegner aus, um ihn in die Defensive zu bringen. Wenn man Cebu besucht, sollte man unbedingt bei Mawe vorbeischauen – es lohnt sich auf jeden Fall.

Video: DeCampo 1-2-3 (“Schlaege” 1-7 specialized)

Ein besonderes Highlight für mich war auch seine Stocksammlung. Neben zahlreichen verschiedenen Rattan- und Hartholzstöcken in allen Dicken und Formen (rund, oval, flat) gab es auch einige sehr alte, geschnitzte Stöcke. Zum Teil aus Rattan, zum Teil auch aus Kamagong und einigen anderen Hölzern, die ich nicht zuordnen konnte. Einer der Kamagongsticks war über die gesamte Länge mit einem Muster versehen – ich will mir nicht einmal vorstellen, wie die das bewerkstelligt haben.

Auch einen der Stöcke seines Vaters gab es zu sehen, und die sind wirklich ungewöhnlich. Es handelt sich um etwa fingerdicke Rattansticks, die zwar schon fast federn, aber trotzdem erstaunlich fest sind. Nach genauerer Betrachtung des über die ganze Länge glatt geschliffenen Stocks konnte ich dann aber mehr als 12 Nodes zählen, was wohl die Zähigkeit erklärt. Wirklich gemeine Teile, die harmlos aussehen, aber mit ihrer minimierten Trefferflächer sicher verdammt wehtun.

Interessant war auch die Übernachtung in Toledo, in einer Art Truckermotel. Etwas gewöhnungsbedürftig, aber dafür gibt es ein warmes Abendessen für 30 Peso (also nicht mal 50 Cent). Schlimm war nur die (hier natürlich allgegenwärtige) Karaokeanlage – daran werde ich mich wohl nie gewöhnen.

Die Rückfahrt traten wir in einem der Minibus-Shuttles an. Als wir einstiegen, war der Kleinbus schon ziemlich voll, mit uns und dem Fahrer 8 Personen. Dann wurden die Notsitze ausgeklappt – 10 Personen. Mir hätte es ja gereicht, aber philippinische Effizienz ermöglichte noch mehr. Nach dem Motto „einer mehr geht immer“ wurden wir gestapelt, bis es am Ende 18 Personen waren. Dagegen ist es fast bequem, zu 7. auf einem Motorrad zu fahren!

Ps: Am Mittwoch besuchte uns ein Nachbar von Maui und demonstrierte seinen Stil, „Siete Henerales de Abanico“. Hier ein ganz kurzer Clip dazu.

Video: Siete Henerales de Abanico

Pps: Toledo, Cebu

 

Published in: on May 23, 2007 at 10:45 am  Leave a Comment  

Balintawak und Hilot sind angesagt

Da mein Trainer fuer ein paar Tage unterwegs ist, habe ich mich entschieden, dem Balintawak ein paar Tage zu geben. Das ist ja auch fast Pflicht, hier in Cebu, wo quasi jeder Eskrimador entweder mit Doce Pares oder mit Balintawak angefangen hat. Und da Edring Casio auf Mactan und damit zu weit von meiner Pension entfernt unterrichtet, also Balintawak. Da von vornherein fest stand, dass es nur ein paar Tage zum schnuppern werden, halte ich mich auch nicht mit den Grundtechniken auf sondern trainiere gleich, was mir am Balintawak am besten gefaellt – das “gefuehrte” 1-1. Es geht also im Schnellverfahren durch die Groupings (7 an der Zahl – StockSchlaege, Livehand-Loesetechniken, Schlaege mit der Livehand, Abanico, Butttechniken, Tritte, Ellbogen und Headbutts.) und es ist erstaunlich, in wie kurzer Zeit man schnell wird.

Apropos Balintawak. Vor zwei Tagen fuhr ich mal wieder Taxi und unterhielt mich mit dem Fahrer ueber Eskrima, als sich herausstellte, dass dessen Vater auch ein Eskrimador ist, der aber inzwischen in Amerika lebt. Auf meine Frage nach dem Namen des Vaters kam dann “Ising Atillo”. Schade nur, dass der Sohn kein Eskrima trainiert. (Waere sicher lohnender als Taxi fahren.)

Um nicht nur destruktives Gepruegel zu lernen, habe ich inzwischen auch mit was Sinnvollem angefangen – Dugukan Hilot. Jeden Tag ein paar Stunden Unterricht versprechen, mich in den Grundlagen der Cebuano Hilot Massage auszubilden. Interessant ist es auf jeden Fall (besonders, da ich hier zum Massage-Junkie geworden bin) – ich bin mir nur nicht sicher, was anstrengender ist. Stockkampf oder Massage…

Published in: on May 5, 2007 at 6:23 am  Comments (1)  

Cebu-Eskrima-Sightseeing Teil 2

Gestern ging es weiter mit meiner Sightseeing-Tour.

Zuerst besuchten wir YawYan. Trainiert wird in drei Sessions pro Tag, 7 Tage die Woche. – Wie es sich für einen „Boxstall“ mit Turnierkämpfern gehört. Auch in Cebu entwickelt man sich weiter – MMA-Turniere wie UFC werden im TV übertragen, und so wundert es nicht, dass hier im YawYan Club inzwischen auch BJJ trainiert wird, um auf MMA-Turnieren mitzukämpfen. Der Focus liegt aber auf dem Standup Kampf, und so wird wohl mehr Wert auf Takedown-Defense als auf Submissions gelegt. Und – im Gegensatz zum zweiten YawYan Club hier in Cebu – als Standup wird noch das „reine“ YawYan unterrichtet, kein Hybrid-Stil mit MuayThai-Einflüssen.

Aufgrund unseres Zeitplans waren wir leider während einer Anfängerstunde im Club, deshalb gibt es Bilder/Videos erst morgen, wenn ich mir das Kämpfer-Training angeschaut habe (bevor die Aktiven dann am Mittwoch nach Manila aufbrechen).

Als nächstes ging es zum WEKAF-HQ. Dort angekommen, musste ich mich erstmal an all die Weißen gewöhnen… 5 Amerikaner, ein paar Briten, … So konnte ich dann auch schlecht nein sagen, als ich quasi genötigt wurde, mitzutrainieren. Es war ganz lustig, besonders da ich mich wie immer in den Clubs als Tourist ohne KK-Hintergrund vorgestellt habe. Die Schülerprogramme der Compositstile sind sich aber so ähnlich, dass ich dann schnell durchgereicht wurde und ein bisschen Training von GM Diony Canete bekam. Was wirklich angenehm am WEKAF-HQ war, ist das kostenlose Training. – Jeden Tag. Und die anwesenden Trainer und Familienmitglieder waren durchweg sehr nett und lustig. Also auch wenn man kein großes Interesse am Doce Pares hat, einen Besuch wert.

Nach 2 Stunden Training hatte ich dann aber genug und habe mir den Shop angeschaut. Für Stöcke, Armor, Alu- und Stahlwaffen auf jeden Fall eine günstige und gute Quelle!

Gerade rechtzeitig kamen wir dann noch zu Cacoys Club (andere Seite der Stadt).

GM Cacoy Canete ist zwar kürzlich nach Amerika aufgebrochen, aber das Training fand natürlich trotzdem statt. Wesentliche Unterschiede zum WEKAF sind mir nicht aufgefallen (abgesehen vielleicht von noch mehr Judo/Aikido Einflüssen), aber ich habe ja auch nur je eine Einheit miterlebt. Auch in Cacoys Club wird man sehr freundlich begrüßt und es herrscht eine lockere, gute Atmosphäre.

Wer in Cebu zum ersten mal FMA kennen lernen will oder lieber günstig trainieren will, statt Geld für Privatunterricht auszugeben, ist bei den verschiedenen Doce Pares Clubs sicher gut aufgehoben. Besonders, da die Jungs auch viel Erfahrung im Umgang mit Weißen haben und das Training dementsprechend aufgebaut ist (wohingegen das Training bei manchen anderen philippinischen Meistern sehr gewöhnungsbedürftig ist).

Vom Multi Style Eskrima und Eskrido habe ich leider keine Videos… musste ja trainieren. Aber Doce Pares kennt man ja hinlänglich.

Published in: on May 1, 2007 at 3:43 am  Comments (17)  

Cebu-Eskrima-Sightseeing Teil 1

Das Interessante an so einer Eskrima-Club-Tour hier in den Philippinen ist, dass man vorher nicht weiß, wen man treffen wird. Natürlich hat man eine lange Liste mit Namen, die man besuchen MÖCHTE, aber ob das auch sofort klappt, ist eine andere Frage. Erstaunlich viele der Eskrimadores sind tatsächlich auch 2007 noch nicht telefonisch erreichbar (obwohl hier auf den Philippinen der Handy-Wahn genauso wie in Deutschland umgeht), und selbst wenn man einen Termin ausmacht, heißt das noch nicht, dass es auch zum vorgesehenen Zeitpunkt klappt.

So haben wir dann gestern auch nur 2 der besuchten 6 Meister angetroffen, aber von denen habe ich wenigstens kurze Video-Kostproben für euch.

Zuerst waren wir bei Carin Doce Pares (Oder eigentlich Warriors Eskrima, denn der Name wurde wohl von ihrem Vater geprägt). Vincent und Alfredo Carin, die Söhne von Inting Carin, haben erst vor einem Jahr ihren eigenen Club eröffnet. Der Trainingsplan weicht vom WEKAF-Doce Pares ab, insbesondere, da sie Wert darauf legen, ohne Rüstungen zu kämpfen und auch nicht auf solchen Turnierkampf hin trainieren. Ihr Ziel ist es, den Stil ihres Vater zu verbreiten, in dem es keine bevorzugte Distanz, sondern Training für alle Distanzen und Waffen gibt. Den waffenlosen Teil bildet eine angepasste Form des Combat-Judo (ein Begriff, unter dem man hier recht viel versteht… und jeder etwas anderes), da es ihrer Aussage nach keine original philippinische waffenlose Kampfkunst im Doce Pares gab.

Hier ein paar Eindrücke von Vincent Carin. (Alfredo Carin ist immer mal im Hintergrund zu sehen. Da der Trainingsraum zu klein war, musste ich leider aus etwas kurzer Entfernung filmen.)

Carin Doce Pares Eskrima

Danach trafen wir uns dann mit Nick Elizar vom Nickelstick Balintawak. Dazu muss ich sicher nicht mehr schreiben, da es genug Infos im Internet gibt.

Nickelstick Balintawak

Heute morgen besuchten wir Ondo Caburnay, der gestern zum geplanten Zeitpunkt noch nicht da war, und bekamen ein paar Eindrücke vom Lapunti Arnis de Abanico Training.

Ondo Caburnay

Anwesende Trainer waren unter anderem GM Ondo Caburnay, Master Dani (?) und Ondos Neffe Edgar Caburnay.

Lapunti Arnis de Abanico

Morgen geht es dann weiter mit YawYan, Multi Style Doce Pares, Eskrido (wobei ich GM Cacoy Canete leider verpasst habe – er ist grad nach Amerika geflogen) und San Miguel Eskrima.

Ps: Das witzigste an so einer Tour ist es übrigens, den Tratsch zu hören, den die einzelnen Meister über andere erzählen. Erstaunlicherweise haben alle die gleichen Vorurteile – gegen den jeweils anderen.

Published in: on April 29, 2007 at 7:12 am  Leave a Comment  

Der Stock ist wieder ein Stock

Heute habe ich Al Cuizon, meinen Trainer für die Zeit in Cebu getroffen. DeCampo JDC-IO ist angesagt. Ein paar Stunden jeden Tag sind geplant, hauptsächlich mit Al, aber auch mit Celestino ‚Tini’ Macachur und GM Ireneo Olavides.

Schon die erste Session hat klargemacht, dass ich wieder mal am besten von Null anfange. Aber das war ja auch zu erwarten, da DeCampo im Gegensatz zu Kalis Ilustrisimo immer vom Stock als stumpfer Waffe ausgeht und vor allem in der langen Distanz kämpft. Wir haben langsam angefangen, indem Al mir ein paar der Grundprinzipien demonstriert hat und dann ging es los mit den Schlägen 1-6. Wobei Schläge eigentlich das falsche Wort ist. Schlag 1 gibt es aus drei Positionen: serrada, central und abierta. Die Schläge werden gestreckt (man versucht, durch Bodymovement und Streckung des Handgelenks die maximale Reichweite zu nutzen) und erfolgen ansatzlos. Bestimmte Winkel gibt es nicht. Schlag 1 (aus seinen drei Positionen) kann in jeder beliebigen Höhe erfolgen – im Abierta von links, Serrada von rechts und central eben vertikal. „Schläge“ 2-6 sind Kombinationen aus bis zu vier aufeinander folgenden Schlägen, die wieder aus den drei Grundpositionen erfolgen (und dann geringfügig unterschiedlich sind). Aus Schlag 1-6 werden so 3 Schläge und 15 Schlagkombinationen. Und sie sind in der Ausführung sehr verschieden von den klingenbasierten Techniken, die ich bei Yuli Romo trainiert habe.

Aber es gibt auch Gemeinsamkeiten – im Footwork. Äußerlich sehen die Schritte der beiden Stile zwar völlig verschieden aus. Al und Yuli benutzen aber die gleichen Grundprinzipien, um den Körper in Bewegung zu bringen und trainieren sie auch auf die gleiche Art und Weise. – Die Body-Stepping-Footwork Drills sind die gleichen (stammen wohl vom gleichen Lehrer), nur in der Anwendung werden die Prinzipien bei Yuli für den Klingenkampf, bei Al für den Stockkampf interpretiert. Am Montag geht es dann richtig los mit dem Training… und dann werde ich auch ein paar Bilder und Videos machen.

Abgesehen vom DeCampo werde ich eine Sightseeing-Tour der Cebuano FMA machen. Al ist nicht nur Tourist Guide, sondern auch Mitglied des Cebu Eskrima Society und kennt hier wirklich jeden. Und so werde ich alle paar Tage einen anderen Großmeister besuchen und mir das Training dort anschauen. Edring Casio, Cacoy Canete, Dionisio Canete, Ondo Caburnay, … es gibt hier so viele!

Published in: on April 14, 2007 at 10:10 am  Leave a Comment  

Pilar, Ponson, Camotes Islands

Fast vier Wochen habe ich jetzt in Pilar, Ponson, Camotes Islands verbracht und mit GM Yuli Romo trainiert. Yuli Romo ist der Inbegriff der philippinischen Eleganz – er bewegt sich wie eine Katze, wenn er kämpft! Vier Wochen tägliches Training reichen natürlich – leider – nicht aus, diese Eleganz auch nur annähernd zu erreichen. Aber es ist ein guter Anfang, wenn es darum geht, sie zu verstehen.

Nachdem Russ wieder nach England aufgebrochen ist, hat sich der Schwerpunkt meines Trainings mit GM Yuli einmal mehr verschoben. Sehr zu meiner Freude standen die Techniken jetzt weit im Hintergrund und stattdessen ging es immer tiefer in die „Grundlagenforschung“ – Gewichtsverlagerung, Body-Movement, Footwork sind die Knackpunkte des Trainings – wie auch die Kernpunkte von GM Yulis Bahad Zubu (was dann oft mit den Interessen der „Ausländer“ in Konflikt gerät, die eher an vielen Techniken interessiert sind). Interessantestes Trainingsgerät dafür ist – neben dem Kampilan – der Bali Alho. Ein etwa 170cm langer und ziemlich dicker Stamm, mit dem Reis gestampft wird. Will man diesen bewegen, wird man quasi gezwungen, den Körperschwerpunkt „richtig“ zu verlagern, den Oberkörper entsprechend zu „verdrehen“ und sicher zu stehen.

Den zweiten Schwerpunkt bilden die Finten, pre-emptive Strikes und Fallen. Jedem „offensichtlichen“ Schlag geht eine andere Technik voraus, jeder Angriff soll nur eine Lücke für die zweite Hand oder eine andere Technik öffnen. Und das funktioniert natürlich wieder nur mit entsprechendem Timing und Footwork.

Gerne würde ich noch mehr über Bahad Zubu schreiben, aber es ist schwer, das Training in Worte zu fassen. Vielleicht am treffendsten wäre der Vergleich einfach=gut. – Alles, was Yuli macht, ist einfach – es gibt keine verschnörkelten Techniken, die nur mit kooperativen Partnern funktionieren, und Yuli ist auch jederzeit bereit und willens, das zu beweisen. Aber was so einfach aussieht beruht auf jahrelanger Erfahrung, die sich in Timing und Distanzgefühl niederschlägt. – Es ist also leider nicht so einfach, die einfachen Techniken tatsächlich einzusetzen. Daher kann ich nur jedem, der die Möglichkeit hat, empfehlen, mit Yuli zu trainieren und Bahad Zubu zu fühlen… Worte oder Videos sind leider nicht geeignet, die wirklich entscheidenden Elemente zu vermitteln. (Natürlich gibt’s trotzdem noch ein kleines Video, um das Tropische-Insel-Feeling zu vermitteln..)

Ponson-Training

 

Außerdem habe ich die Möglichkeit genutzt, ein kleines Interview mit GM Yuli durchzuführen… eine Frage bezog sich auf die Herkunft des Bahad Zubu:

Q: Bahad Zubu verbindet die Stile von Islao Romo, Antonio Ilustrisimo und Soferino Borinaga. Kannst du etwas mehr zu den einzelnen Stilen sagen?

A: Jeder weiß, dass meine Natur die von Tatang Ilustrisimo ist, wenn es um Philippinische Kampfkunst geht. Islao Romo war mein Großonkel und mein erster Trainer. Aber es waren die Erfahrungen, die ich im Training mit Tatang Ilustrisimo machte, die es mir später ermöglichten, auch den Stil von Soferino Borinaga zu verstehen. Die Unterschiede zwischen Tatang und Soferino Borinaga, einem der berühmtesten Kämpfer von Camotes Islands, sind gering. Es geht eher darum, wie die Kampfkunst vermittelt wird. Ich habe schon in meiner Kindheit mit vielen alten Männern von Camotes gesprochen und trainiert und so versucht, mehr über den Stil Soferino Borinaga zu erfahren. Aber ich habe es erst verstanden, nachdem ich von Tatang gelernt hatte. Abierta und Serrada, Offen und Geschlossen, In and Out – es geht um die menschliche Natur.

Um ein paar Unterschiede deutlich zu machen, führte er dann einige typische Bewegungen vor. (Ilustrisimo 00.00-00.45 –> Romo 00:50-01:10 –> Borinaga 01:20-02:27)

Ilustrisimo-Romo-Borinaga

 

Am Dienstag (etwas später als geplant wegen der Holy Week und überfüllten Schiffen) geht es nach Cebu und es ist einiges geplant. GM Yuli erklärte sich bereit, mich an einige Meister zu vermitteln, was mich natürlich sehr freut (schließlich steht er mit seinem Namen für mich ein). Und ein paar Telefonnummern habe ich schon vor der Reise und in Manila besorgt, so dass wohl keine Langeweile aufkommen wird.

Meine nächsten Trainingsberichte werden von DeCampo JDC-IO, Dogokan und Abayan handeln, wobei letztere mir bisher völlig unbekannt waren. Mal schauen, was da auf mich zukommt. (Außerdem geplant sind Abstecher – ala Sightseeing-Tour – ins San Miguel Eskrima, Lapunti Arnis de Abanico und vielleicht auch Balintawak.)

So.. und jetzt, nur um euch alle neidisch zu machen, noch ein paar Bilder der Insel!

Ps: Bilder vom Training und ein Video mit etwas mehr Action (wie andernorts gewuenscht) mache ich in Cebu fertig…

Published in: on April 7, 2007 at 2:52 am  Comments (1)