It’s all about footwork…

Vor ein paar Tagen kam ein unscheinbarer Herr in den Hof von GM Yuli, hob einen Stock auf und begann, damit zu spielen. Nach einigem Hinterfragen stellte sich heraus, dass es sich um einen Einheimischen handelt, der FMA betreibt. Und heute hatte ich das Vergnügen, mit ihm zu trainieren.

Im Alter von 7 Jahren begann Marciano mit dem Training bei seinem Großvater in Masbate und seitdem trainiert er den – wirklich einmaligen – Stil seiner Familie.

Nach den ersten 3 Minuten dachte ich nur „O mein Gott, was ist das?“. Es sah aus, als würde Marciano auf heißen Kohlen laufen. Aber grade diese Schrittarbeit – Doble Stepping – ist das Besondere. Und wenn man einen ganzen Tag mit ihm trainiert, sieht man schnell, dass es sich nicht um ein wildes Getrippel, sondern tatsächlich um geplante und durchdachte Schritte handelt (dann denkt man „O mein Gott, das lerne ich nie!“). Da ich wohl der erste Europäer bzw. der erste Weiße bin, der mit Marciano trainiert hat (er hat nur seine Familie unterrichtet, dies jedoch sein ganzes Leben lang) war ich sehr froh, dass ich Videoaufnahmen machen durfte. Hier ein paar Impressionen: (Wenn das Internetcafe schnell genug ist.)

Video: http://www.youtube.com/watch?v=8Vt01pbnbu0 (xvid)

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Published in: on March 27, 2007 at 3:06 am  Comments (4)  

10 Sessions sind rum…

Sonntag – das bedeutet hier eigentlich Kirchgang und Hahnenkämpfe. Da Russ aber am Dienstag abreist, ging es stattdessen auf die andere Seite der Insel ins Beach Resort. Schwimmen, Essen, Bier (mein erstes San Miguel, seit ich auf den Philippinen bin) und viel Entspannung prägten den Tag. So viel Paradies hat allerdings auch seinen Preis – nicht in finanzieller Hinsicht, sondern auf meinem Rücken. Mein grade abgeheilter Sonnenbrand ist trotz Sunblocker Stufe 30 wieder da… aber man will ja braun werden!

Diesen Tag der Erholung haben wir uns aber auch redlich verdient. Die Trainingsintensität hat in den letzten Tagen doch deutlich zugenommen (es werden schon mal mehrere Stunden am Stück Partnerübungen trainiert, deren Schwerpunkt immer wieder auf der Schrittarbeit liegt .. und zwar nicht nur im aufrechten Gang, sondern auch in der tiefen Hocke. Da brennen die Oberschenkel.).

Während das Bahad Zubu Mangtas Era Training eher schnelle Reaktionen und ein Erfühlen der Konzepte erfordert, qualmt beim Kalis Ilustrisimo Training der Kopf dann doch schon mal. Viele der Techniken sehen einfach aus, z.B. die Inquieries (?? Schreibweise unbekannt, da es aus GM Yulis Mund auch nicht unbedingt wie ein englisches Wort klingt.), aber es gilt so viele Details zu beachten, die erst deutlich werden, wenn sie jemand erklärt. Und dann gibt es davon eben nicht nur eine, sondern 7, und zahlreiche Tres Persades (???), Retirada, Recta Directa (?), Florete, Trankada, Cadena Real, Panipis, Pluma, …

Aber nicht nur die Techniken sind ungewohnt, sondern auch kleine, grundlegende Details. GM Yuli hält ein Messer zum Beispiel nicht nur in den zwei allgemein bekannten Griffvarianten – dazu kommen noch mal mindestens 5 andere Versionen, wie man eine Klinge halten kann. Und meistens merkt man das erst, wenn man mitten im Training sieht, dass er seinen Griff irgendwie verändert hat, um ein anderes Ziel zu treffen. – Ich weiß nicht, ob ihm das überhaupt noch auffällt.

Trainiert wird inzwischen zu allen möglichen und unmöglichen Tageszeiten.. mal geht’s morgens um 6 los, weil es kühler ist (angeblich – für mich ist das alles ‚heiß’, egal zu welcher Uhrzeit), mal wird bis Mitternacht noch waffenlos im Haus von Pepe trainiert. Je nachdem, wie fit man noch ist. Da es schnell zu viel wird, läuft jetzt immer der Camcorder. – Und wenn das Internetcafe eine schnelle Anbindung hat, gibt es auch ein paar kleine Videos.

Mittlerweile ist die Hälfte meines Trainings hier auf Camotes Islands um und ich erfahre langsam, was GM Yuli und seine Version des Kalis Ilustrisimo ausmacht. Aber es gibt so viel zu lernen und nur noch so wenig Zeit…

Ps: Ich bitte, das Muscle-Shirt zu entschuldigen.. ich hasse die Dinger ja eigentlich, aber bei 35° C (gefühlte 1000° !) ist so ein luftiges Shirt einfach Gold wert.)

Video: http://flix.homelinux.org/camotes/yuli.avi (xvid)

Published in: on March 27, 2007 at 3:04 am  Comments (1)  

Training Bahad ZuBu Mangtaas Era

Nach 5 Sessions stellt sich langsam ein Verständnis für Bahad Zubu ein. In den letzten Jahren hat GM Yuli seinen Stil umgestellt – vom Bahad Zubu Kalis Ilustrisimo, das im Großen und Ganzen dem KI Curriculum entsprach zum Bahad Zubu Mangtaas Era. In diesem gibt es nur noch einige wenige Drills, aus denen sich der Stil entwickelt. – Abierta-Serrada und Redonda (in verschiedenen Versionen), mehrere Gangi und der Umgang mit dem Kampilan bilden die Grundlage für alle Techniken und auch nur so wird noch trainiert. – Im Dequerdas – dem „Kampf mit dem Baum“ kann man sich dann selbst testen. Diese Veränderung erfolgte, weil GM Yuli das Training isolierter Techniken für falsch hält. Statt eine Technik zu kopieren, ohne sie später auch tatsächlich anwenden zu können, soll man „verstehen“, wie der menschliche Körper funktioniert, was also effektiv ist und was nicht. Dadurch wird es aber auch zu einem sehr intuitiven Erlebnis, bei dem man oft nicht weiß, was man machen soll – sondern es ‚erfühlen’ muss.

Da Russ von seinem Instructor Peter Lewis aber Bahad Zubu KI gelernt hat, trainieren wir auch noch das ältere System, was im Endeffekt sehr hilfreich ist – denn es ist für uns Europäer viel leichter zu verstehen.

Der Tagesablauf hier in Pilar ist immer ähnlich. Früh aufstehen, einige Stunden Training, bis es zu heiß wird (dann gehe ich meist noch den „Baum prügeln“), Mittagspause bis die schlimmste Hitze um 3 pm nachlässt und noch einmal Training. Wir versuchen meist, gegen 5 pm fertig zu werden, damit wir vor dem Sonnenuntergang noch eine Stunde schwimmen können, aber das klappt in der Realität nicht immer. Abends ist dann die Zeit, um das Gelernte noch einmal durchzugehen. – So wird es auch heute sein, denn wir haben nicht nur an den Drills des Bahad Zubu Mangtaas Era weitergearbeitet, sondern ich wurde auch noch mit einer Unzahl von KI-Techniken bombardiert. Mir helfen diese Techniken sehr, auch das Mangtaas Era zu verstehen – aber trotzdem kommt es immer mal wieder zum Overload (zumal Russ die Techniken aus seinem Bahad Zubu und Bakbakan Training schon kennt, während ich alles on-the-fly und ohne größere Erklärungen mitmachen muss.) Da zeigt sich auch die Schwäche des philippinischen Trainings. Man kann den Stil von GM Yuli und ihn selbst wirklich nicht in Frage stellen, denn er funktioniert für ihn ohne Zweifel. Aber die Art des Trainings ist meiner Meinung nach noch nicht ausgereift. (Aber damit habe ich ja schon vorher gerechnet und deshalb bin ich hier für so lange.)

Mein nächster Bericht (naja.. sagen wir besser „mein nächster kleiner Blog-Eintrag) wird wohl etwas auf sich warten lassen, da ich nicht weiß, wann ich wieder nach Ormoc fahre. Aber bis dahin habe ich hoffentlich ein paar Fotos und vielleicht ein kleines Video. Wenn nicht, dann zumindest ein paar HDR-Pics der Insel.

Grüße aus dem Paradies…

Published in: Uncategorized on March 19, 2007 at 6:54 pm  Comments (2)  

Camotes Islands und Mangtas Yuli Romo

Nach einer unbequemen Nacht in Ormoc, einer der größeren Städte auf Leyte, ging es am Dienstag weiter auf „die Insel“. Während mich Ormoc am Montag-Abend kaum interessiert hat (es gab wenig zu sehen), war der Aufbruch am Dienstag schon eher ein Erlebnis.

Im Gegensatz zu Manila herrschen in Ormoc nicht die Jeepneys, sondern Tricycles als Fortbewegungsmittel vor – davon abgesehen ist es aber das gleiche Stadtbild. Nur der Hafen ist bringt etwas Leben in die Stadt. Auslegerboote aller Art legen hier an und vermitteln polynesische Stimmung.

Auf den Camotes angekommen musste ich feststellen, dass wir nicht im Rock Resort, ja nicht einmal auf der größeren Insel sind, sondern auf der dritten Insel der Gruppe. Hier gibt es zwar einige kleine Orte, aber kein Internet und auch sonst wenig zu tun. Die Unterkunft entschädigt aber für alles. Direkt neben dem Grundstück von GM Yulis Bruder hat sich Pepe, ein in Holland lebender Filipino, ein kleines Paradis errichtet. (Siehe Fotos.) Hier im Garten oder im Hof von Yulis Bruder findet auch das Training statt.

Außer mir ist hier noch Russ, ein Engländer, der mir jetzt zwei Wochen Training voraus hat. Für mich ist das optimal, da er mir vermitteln kann, was ich im Training falsch mache – im Gegensatz zu GM Yuli (oder Mangtas, wie er sich selbst nennt) denkt Russ wie ich – wie ein Europäer. Es muss für ihn ziemlich schwierig gewesen sein, von GM Yuli zu lernen, da die Techniken an ihm selbst demonstriert wurden und er nicht von aussen ‚zusehen’ konnte. Für mich ist die Situation wesentlich angenehmer, da alles zuerst an Russ demonstriert wird und er mich auch vor und nach dem Training korrigieren kann bzw. kommenden Fehlern vorbeugt.

Denn das Training mit GM Yuli lässt sich nicht mit dem europäischen FMA-Training vergleichen. Es begann am Mittwoch mit dem Abierta-Serrada Drill des Bahad Zubu. Dabei geht es weniger um Technik als vielmehr darum, ein Gefühl für das Bodymovement des Bahad Zubu zu bekommen. – Obwohl ich wusste, was ich machen soll, verstand ich nicht, worum es ging. Nachmittags ging es weiter mit Decuerdas – wobei auch hier keine Technik, sondern eine Trainingsform gemeint ist. Zwei Stöcke an einem Seil, die es zu treffen gilt. – Nur nicht zu stark, denn die Stöcke wehren sich. In Decuerdas hat man eine Trainingseinrichtung, die Reflexe und vor allem Footwork trainiert, aber nie zu meistern ist – denn je schneller man selbst wird, umso schneller werden auch die Stöcke. (Irgendwo auf YouTube gibt’s ein Video dazu, falls jemand mehr wissen will.)

Das war der praktische Teil des Trainings, der etwa 25 % ausmachte. Der Schwerpunkt des Unterrichts von GM Yuli ist aber das Verständnis, und so wird sehr viel erklärt – technisch wie auch historisch. Die Auffassung von GM Yuli ist, dass er nur das Wissen vermitteln kann – trainieren muss jeder selber. Und so geht es auch nicht um Geschwindigkeit und Power, sondern vorrangig um korrekte Ausführung und Verständnis. Die „Session“ war gesplittet und so waren es insgesamt etwa 5-6 Stunden theoretisches und praktisches Training. Im Anschluss daran ging es dann mit Russ weiter, der mich ein bisschen auf den kommenden Tag vorbereitete, um seine Fehler bei mir zu vermeiden. Wir beschäftigten uns insbesondere mit der Schrittarbeit des Bahad Zubu (die wirklich überzeugend, aber auch erschreckend ungewohnt ist, denn die Gewichtsverlagerungen ähneln eher dem Capoeira) und der Redonda. Redonda im Bahad Zubu ist nicht einfach die Abfolge von Schlägen. Sie unterscheidet sich nicht nur technisch (wenn auch nur in kleinen, aber entscheidenden Punkten) sondern vor allem auch in der Anwendung. Schon beim Training von Russ mit GM Yuli konnte ich feststellen, dass jede Technik des Bahad Zubu mit jeder Waffe – zwei Stöcke, zwei Barongs, zwei Messer, ein Stock, ein Barong, ein Messer, Barong und Messer – und waffenlos umgesetzt wird. Wie auch bei seinem Bruder Pedring wird der Unterschied durch die Schrittarbeit und Gewichtsverlagerung ausgeglichen. So ist es auch mit der Redonda, die vor allem Waffenlos eine Fülle von möglichen Techniken enthält. GM Yuli nennt das die „Fruits“. Wenn man die Basis versteht, kann man die Früchte, nämlich Hebel, Entwaffnungen, oder einfach Sweeps und andere Störtechniken daraus entwickeln. Dazu wird die Redonda im Bahad Zubu fest mit der Schrittarbeit verknüpft … und dann wird es richtig kompliziert!

Erfreulicherweise begann GM Yuli das Training am Donnerstag auf eher ungewöhnliche Art und Weise – fast westlich. Er nahm sich sehr viel Zeit, uns die Gewichtsverlagerung und Schrittarbeit zu vermitteln, was sehr hilfreich war. Sieht man, wie sich GM Yuli bewegt, zweifelt man daran, ob man das als Europäer umsetzen kann – und wahrscheinlich geht es auch kaum. Nachdem er aber erklärt hat, warum und wie er sich so bewegt, kommt das Verständnis. Danach ging es wieder zum Abierta-Serrada Drill (mit Messer und Stock), der diesmal viel mehr Sinn machte – nachdem ich ein ungefähres Verständnis für die nötige Körpermechanik hatte. In der Mittagspause nahm sich Russ dann wieder Zeit, mir schon vorab die Grundlagen des Retirada – Atracada zu erklären, mit dem es am Nachmittag weiterging. Retirada ist in seiner Grundform eine Verteidigung mit zwei Klingenwaffen, wird aber wieder in allen Variationen umgesetzt. Die Schrittarbeit ist der wichtigste Part der Technik, weshalb sie auch als erstes unterrichtet wird. Schon nach kurzer Zeit kommt man hier ins Schwitzen und Keuchen und so gab es wieder viele theoretische Erklärungen zur Technik. Dann ging es weiter mit Redonda und einigen anderen Themen. Wieder nahm sich GM Yuli ca. 6 Stunden Zeit für das Training. Außerdem bekam ich einige Einblicke in das kommende Training (leider weiß ich nicht, wie man die ganzen KI-Techniken schreibt) – es ist ein volles Pensum. Obwohl es „nur“ darum geht, die Technik zu verstehen, nicht, sie schnell ausführen zu können, ist es eine Menge Arbeit. Und so ist es denn auch sehr entspannend, wenn man nach dem Training eine Stunde schwimmen gehen kann – der Insel sei Dank!

Morgen (= Freitag) fahre ich mit dem Boot nach Ormoc, um einzukaufen, und dann werde ich hoffentlich diesen Bericht online stellen können. Da das aber etwa 2 Stunden Bootsfahrt in jede Richtung sind, werden meine Berichte in den nächsten drei Wochen eher sporadisch erscheinen.

Hier noch ein paar Eindrücke von der Insel und Ormoc.

Published in: on March 16, 2007 at 2:37 am  Comments (2)  

Gestrandet in Cebu

Heute wurde ich erstmals Opfer der philippinischen “Puenktlichkeit”. – Die geplante Reise auf die Camotes wurde durch die Verspaetung meines Fluges nach Cebu verkompliziert. Nachdem wir eine Stunde spaeter gelandet sind, haben wir unsere Faehre verpasst und muessen nun bis 8 pm warten. Was – und das ist noch aergerlicher – bedeutet, dass wir auch kein Anschlussboot auf den Camotes mehr haben. Es heisst also, eine Nacht Zwischenstation in Ormoc, bevor es zum Endziel der Fahrt geht. (http://www.camotesresorts.com.ph)

Momentan sitze ich daher in der SM Cebu und schlage die Zeit tot, da man mit Reisegepaeck in den Philippinen doch ziemlich eingeschraenkt ist. Aber es sind ja nur noch ein paar Stunden…

Published in: on March 12, 2007 at 7:41 am  Leave a Comment  

FMA Forum Picknick

Für heute war das Treffen des FMA-Forums angesetzt und so machte ich mich dann auch um 1:00 pm auf die Suche nach einem Taxi. Taxis finden ist ja in Manila kein Problem – die legen in der Einbahnstrasse ohne weiteres auch den Rückwärtsgang ein, wenn man winkt, was dann zu einem wohlgemeinten Hupkonzert der anderen Taxis und Jeepneys führt, die ausweichen müssen. Allerdings muss man noch darauf achten, dass es ein versiegeltes „Meter“ hat, dieses auch einschaltet, und der Fahrer dann auch noch genug Englisch versteht, um einen ans Ziel zu bringen. (- Oder man weiss einen markanten Ort in der Naehe, den die Taxifahrer kennen. Zu meinem Hotel heißt es daher im Taxi auch nicht ‚Malate Pensionne Adriatico Street’ sondern Starbucks Malate oder Starbucks Adriatico Street.. denn Starbucks scheint jeder Taxifahrer zu kennen.)

Heute war mein Ziel UP Diliman (University of the Philippines) am Quezon Circle… obwohl Sonntag für Manila Verhältnisse kaum Verkehr ist, fast 45 Minuten Fahrt. Am Ziel dann die bewachte Universität mit riesigem Campus. – Ganz nach amerikanischem Vorbild. Mitten auf dem Campus an einem kleinen Teich fand ich einige Filipinos mit Stöcken zwischen vielen anderen Studenten.. zum Glück ist FMA nicht nur Empty Hands, sonst hätte ich Probleme gehabt, die richtige Gruppe zu finden.

Ich wurde dann auch sehr freundlich von den Anwesenden begrüßt und nach einigem Smalltalk ging es schon los. Sayoc-Kali war nicht da, aber es gab trotzdem zwei Vorführungen.

Als erstes begannen Bong Abenir und sein Schüler mit einer Vorführung des Abenir Kali. Bong Abenirs Stil ist ein Mix aus Pencak Silat und Kalis Ilustrisimo. Seine Lehrer waren O’ong Maryono (6-facher indonesischer Champion im Pencak Silat) und Tony Diego. Dementsprechend sieht ihr Training auch aus. Den Schwerpunkt bildet der Kampf mit und gegen Messer und längere Klingenwaffen. Und trainiert wird vor allem durch Sparring. Dies kommt sicher nicht zuletzt daher, dass Bong Abenirs Silat-Meister Vollkontakt-Turniere gekaempft hat. Nach einigen Erklärungen zum Messersystem des Abenir-Kali ging es dann auch um Sparring. Zuerst mit Stock, dann waffenlos. – Und nicht gerade zaghaft. Gesparrt wurde mit einem dünnen Rattanstock ohne Schutzausrüstung, was auch einige blaue Flecken auf den Armen des Schülers hinterlies. Wie ich später von Mang Abenir erfuhr, wird auch mit Helm gesparrt, um Schläge zum Kopf zu ermöglichen. Die meiste Zeit wird aber komplett auf Schutzausrüstung verzichtet, um kein falsches Gefühl von Sicherheit aufzubauen. Auch beim waffenlosen Sparring wurden keine Handschuetzer benutzt und alles war erlaubt – insbesondere auch die Silat-typischen Würfe.

Im Anschluss gab es dann eine sehr eindrucksvolle Tausug Silat-Vorführung. Unter der Leitung des eigens von den Sulu-Islands eingeflogenen Gurus wurden Messerkampf, Barong und Empty Hands behandelt. Es wurde aber auch auf die spirituelle Seite des Silats eingegangen.

Bei dieser Silat Vorführung wurde auch realistisch demonstriert, wie die Silat-typischen Bewegungen, die oft an einen Tanz erinnern, im Kampf umgesetzt werden. Denn auch in diesem Stil liegt ein Schwerpunkt auf dem Sparring.

Natürlich kamen auch Fragen zur Situation auf den Sulu Islands und dem Konflikt zwischen Moslems und Christen auf. Bei den Antworten wurde sehr viel Wert darauf gelegt, dass es sich eigentlich nicht um einen religiösen Konflikt sondern einen politischen handelt. So trainieren auch Christen das Tausug Silat, obwohl die politische Haltung der Gruppe wohl zugunsten der Freiheitsbewegung ausfällt.

Neben den Vorführungen hatte man auf dem Treffen die Möglichkeit, viele interessante Themen zu besprechen. Es waren Schüler von berühmten Meistern wie Ben Lema, Ireneo Olavides, Tony Diego und vielen anderen anwesend und es war leicht, Kontake zu knüpfen. (Was nach meinem Ausflug auf die Camotes in einigen Trainingseinheiten resultieren wird.) Alles in allem ein sehr schönes Meeting und ein schöner (vorerst letzter) Tag in Manila.

Morgen früh geht es auf die Insel und dann werde ich sehen, ob ich von da aus meine Berichte fortsetzen kann.


Abenir Kali


Tausug Silat

Published in: on March 11, 2007 at 12:08 pm  Comments (4)  

Pamantukan Kalis Ilustrisimo

Heute habe ich wieder einige Stunden mit Master Pedring Romo im Luneta Park trainiert. Thema war vor allem sein persönlicher Stil, im Anschluß haben wir aber auch andere Themen behandelt, zum Beispiel das Trankada und die ‚netten’ Direktkonter von Tatang Ilustrisimo.

Master Pedring

Master Pedrings Pamantukan Kalis Ilustrisimo ist ein Stil, wie man ihn wohl in Europa oder Amerika nicht findet – denn er beschraenkt sich auf eine sehr überschaubare Anzahl von Techniken. – Keinesfalls, weil es Meister Pedring an Techniken mangelt, sondern weil sein Pamantukan KI nur die Techniken enthält, mit denen er auch tatsächlich kämpfen würde.

Master Pedrings Laufbahn liest sich ähnlich wie die von Edgar Sulite und lässt uns Europäer vor Neid erblassen. Sein Training begann schon als Kind mit dem Familienstil der Romos, die zu dieser Zeit schon zu den berühmtesten Eskrimadores Cebus gehörten. Danach setzte er, wie auch sein Bruder Yuli Romo, sein Training im Balintawak fort, bis er schließlich Antonio Ilustrisimo traf. Er gehört neben Tony Diego und Yuli Romo zu den Schülern der ersten Generation. Im Gegensatz zu ihnen setzte er sein Training aber auch mit vielen anderen Großmeistern wie Jose Mena und Benjamin Luna Lema fort.

Pamantukan Kalis Ilustrisimo

Aus dem Gelernten entwickelte Master Pedring sein Pamantukan Kalis Ilustrisimo, das sich, wie schon geschrieben, auf wenige, effektive Techniken beschränkt. Dementsprechend nennt er es auch Combatant. Daneben trainiert er auch noch einige Schüler im Sport-Arnis. Hier liegt der Schwerpunkt auf Geschwindigkeit und Ausdauer, und einer seiner Schüler gewann dieses Jahr die Meisterschaft in seiner Klasse (ArPhil / Narphil).

Das Training im Pamantukan beginnt mit dem Einzelstock. Unterrichtet wird in mehreren Stufen.

  1. Offensive Techniques = die 12 Angriffe
  2. Defensive Techniques = die Verteidigung gegen die 12 Angriffe
  3. Defensive Conter = die typische Konter-Kombination
  4. Disarm = die Entwaffnungen gegen die 12 Angriffe
  5. Locks = Hebelkonter

Nachdem die Techniken mit dem Stock abgehandelt sind, werden sie zum besseren Verständnis mit Barong, Messer und Waffenlos, dann mit Doppelstock, zwei Barongs und zwei Messern umgesetzt. Dabei handelt es sich tatsächlich um direkte Umsetzungen. Die Unterschiede werden durch angepasste Schrittarbeit ausgeglichen, die Parries, Konter, Entwaffnungen und Hebel bleiben gleich. Dadurch hat Master Pedring in jeder Situation die gleiche Reaktion und handelt so auch reflexartig ohne das kleinste bisschen zu zögern oder nachzudenken.

Wenn ich schreibe, dass sich das System auf wenige Techniken beschränkt, heißt das aber natürlich nicht, dass nach den 5 Stufen Schluß ist. Stattdessen werden die Techniken ‚verfeinert’. Ein Beispiel: Der typische Parry des Pamantukan KI ist ein ‚Mit-der-Kraft’-Parry in Kombination mit der Lateral-Schrittarbeit des KI. Wenn man Master Pedring angreift, macht er auch genau diesen Parry – allerdings kommt vorher ein Direktkonter (Stich) zum Unterleib oder zu den Augen, wie ihn auch Antonio Ilustrisimo gerne gemacht hat. Ähnlich ist es mit allen Techniken. Der Konter des Pamantukan KI ist eine Kombination aus zwei Stichen und zwei Schnitten zu Augen/Kopf des Gegners. Master Pedring trifft dabei noch mehrfach den Arm und den Hals, ohne die Technik zu verändern sondern nur durch leicht veränderte Ausführung.

Stiche sind überhaupt ein wichtiges Augenmerk des Pamantukan KI. Beim Training mit Master Pedring hat man immer eine Stockspitze stichbereit einige Zentimeter vor den Augen schweben. Bei jeder Aktion – sei es der Parry, die Entwaffnung, oder die Kontrolle des gegnerischen Armes, wird zu den Augen gestochen. Darin zeigen sich die klingenbasierenden Wurzeln des Stiles, da ein Schnitt/Stich zu den Augen immer die effektivste Form der Verteidigung war.

Disarm-Video

Hier noch ein kleines Video. Leider hab ich den Camcorder erst nach 4 Stunden angeschaltet, als es um die Disarms ging, deshalb sind Parry und Konter nur angedeutet und man sieht nicht so schön, wie sich Master Pedring eigentlich bewegt.

Published in: on March 10, 2007 at 11:14 am  Leave a Comment  

Tag 3 und 4

gestern

Da es sich heute anbietet, unterteile ich den Eintrag in ‚Training’ und ‚Leben in Manila’. Gestern war Funkstille, da ich nicht trainiert habe und nicht wusste, ob ich überhaupt etwas posten soll. Hier aber doch noch ein paar Worte zum gestrigen Tag.

Mein Plan war einfach – raus aus dem Hotel und Malate/Ermita erkunden. Leichter gesagt als getan. Ich wusste, dass der Luneta Park Richtung Norden gelegen war – ich war ja schon da, nur eben mit dem Jeepney gefahren – also bin ich einfach losgewandert. Malate ist so etwas wie die Reeperbahn Manilas – Hotels, Kneipen, Cafes, Discos, Clubs, … (Nachtclubs dagegen eher in Ermita, was es Abends ermöglicht, auch unbehelligt aus dem Hotel zu gehen.) Ich bin also frohen Mutes Richtung Norden gewandert, um zum Luneta Park zu kommen, bis ich plötzlich am Ende der Straße angelangt war. Offensichtlich war meine Erinnerung falsch… Adriatico Street geht nicht bis zum Luneta Park. Nach einigem Hin und Her hab ich es dann doch gefunden und bin bei gefühlten 100° (naja.. also 37° + direkte Sonnenstrahlung) durch den Park gewandert, als sich das nächste Problem zeigte. Ich war offensichtlich der einzige dumme Europäer, der bei der Temperatur unterwegs war… also auch das einzige Opfer fuer die verkaufstuechtigen Strassenhaendler. Schon nach 3 Minuten hatte ich 2 “Begleiter”, die lautstark auf mich einredeten, ich solle doch ihre Pferdekutsche bzw. ihre Fahrradrikscha benutzen. Meine Idee, auf die Hauptstraße (mehrere Spuren, schnelle Autos) einzubiegen, war erfolglos (das Hupen der empörten Autofahrer störte offensichtlich weder die Fahrer noch das Pferd) und so musste ich mich Richtung Rizal Monument aufmachen (da kommen keine Fahrzeuge hin) – was noch mal 15 Minuten dauerte (und mir mitleidige Blicke der philippinischen Studenten im Park einbrachte, die über meine “Begleiter” lachten).

Viel ruhiger war es auch hier nicht (statt „do you want a ride“ hiess es jetzt „Hey, Joe“ aus allen Richtungen), aber zumindest wurde ich nicht mehr belagert. Nach mittlerweile mehreren Stunden in der Sonne, war es dann doch genug, und ich machte mich auf den Weg zum Shoppen. Also nur noch die Mall finden. Am Dienstag war ich ja schon mit Meister Nick im SM, allerdings wieder mit dem Jeepney, und die Dinger sind mir noch immer ein Rätsel. Ich benahm mich also Tourie-Like und fragte einfach alle 100 Meter einen Wachmann, bis ich bei der Robinson Plaza Mall ankam. 2 große Gebäude, mit einander verbunden. 4 Etagen, 1 Supermarkt, 3 Department Stores, wahrscheinlich 100 kleine Läden, Massagesalons, Restaurants, 6 Kinos, eine Bowlingbahn – und am wichtigsten: Klimaanlage. Endlich verstehe ich, wieso in amerikanischen Filmen immer alle ‚in die Mall gehen’. Das ist nicht einfach Einkaufen… das ist mehr. Nach ein paar Stunden (vor allem mit der Suche nach den richtigen Shops verbracht) hatte ich alles eingekauft, gegessen, eMails gecheckt und „300“ im Kino gesehen (ich musste meine Füße ausruhen). Etwa 20 solcher Malls gibt es in Manila… wahrscheinlich, damit alle Schüler und Studenten irgendwo ihre Freizeit verbringen können.

Danach war ich dann doch froh, als ich wieder im Hotel war.

heute

Das erste, was mir heute auffiel: ich habe Blasen an den Füßen. Offensichtlich sind meine Füße noch nicht an das Klima gewöhnt.

Das zweite: es ist erst 5:30 Uhr. Immernoch Jetlag!

Um 9:00 Uhr ging es mit Master Pedring und Master Nick in den Luneta Park zum Training (siehe oben), danach in die Mall (SM .. wieder mit dem Jeepney, wieder würde ich es nicht wieder finden) Flugtickets für Montag kaufen.

Dann geht es auf die Camote Islands zum Training mit GM Yuli … frische Luft, weiße Strände, gegrillter Fisch. Und hoffentlich auch Internet, denn sonst ist hier bald Funkstille.

Morgen steht erstmal das Picknick des FMA-Forums an, mit Sayoc Kali und Abnir Kali Dann gibt es auch wieder News von mir.

Published in: on March 10, 2007 at 11:10 am  Comments (1)  

Manila… eine – zwei – drei Welten?

 

Heute durfte ich die verschiedenen „Manilas“ kennen lernen – denn eigentlich ist Metro Manila ja ein Zusammenschluss mehrerer Staedte, was bei naeherer Betrachtung auch sehr deutlich wird.

Puenktlich um 10:00 Uhr (eine Stunde spaeter, weil ich eigentlich ausschlafen wollte… dass ich trotzdem um 6:00 Uhr wach war, beweist den JetLag) wurde ich von Master Nick und seinem Schueler Jonathan abgeholt. Heute ging es zum Training nicht in den Luneta Park, sondern zu Master Nicks Haus. Nach fast zwei Stunden Jeepney (immer noch raetselhaft und ohne Kenntnis der Strassennamen schwer zu verstehen) und LRT (die klimatisierte S-Bahn von Manila.. fuer 15 Piso ziemlich komfortabel) weiss man erst zu schaetzen, was die Trainer da auf sich nehmen, wenn sie jeden Tag vor meinem Hotel stehen. Auf dem Weg zu Master Nicks Haus (irgendwo weit im Norden… ) lernte ich dann auch eine andere Seite von Manila kennen.

Kannte ich bisher nur Malate – das Touristen-Mekka Manilas – sah ich nun auch die Ecken von Manila, die nicht vom europaeischen/amerikanischen Geld profitieren.

Kaum angekommen, ging das Training auch schon los. Angefangen haben wir mit einem Partnerdrill (um mir die Peinlichkeit zu ersparen, versuche ich gar nicht erst, den philippinischen Namen hier zu schreiben), der nacheinander mit Stock, Barong, Messer und waffenlos trainiert wurde. Wieder hiess es Footwork, Footwork, Footwork. Wie schon beim Pamantukan Kali Ilustrisimo von Master Pedring stand auch beim Bahad Zu’bu die Lateral-Schrittarbeit im Vordergrund.

Danach folgten einige praktische Anwendungen des Drills und etwas Messerkampf. Nach einer kurzen Pause wurde dann noch Trankada (?) trainiert, ein Doppelstock-Parry/Konter gegen alle 12 Angriffe und seine Umsetzung mit Barong, Messer und waffenlos. Nach fast 4 Stunden war es dann genug fuer heute, und Master Nick zeigte mir noch die Waffensammlung von GM Yuli Romo. Wunderschoene alte Barongs, Kris’, Sansibars und andere Schwerter lagen da in einer Glasvitrine… das kleine Ein-mal-Eins der philippinischen Waffenkunde.

EDIT: Da ich grad mal wieder im Forum ueber das Thema “waffenlos und FMA” gelesen hab, noch eine kleine Erwaehnung am Rande. Master Nick, mein Trainer heute und seit ueber 30 Jahren Schueler von GM Yuli Romo, hat schon bei unserem ersten Treffen eines klargemacht. Sein Grund fuer Bahad Zu’bu ist der waffenlose Kampf. Was immer wir trainieren, wird am Ende waffenlos umgesetzt. Jede Bewegung aus dem Doppelstock oder Messerkampf, die wir trainiert haben, wurde danach waffenlos trainiert. Jede Entwaffnung wird waffenlos als Hebel realisiert. Natuerlich trainiere ich hier zeitlich gesehen mehr Waffe (eben Stock, Barong und Messer) als Empty Hands, aber bei Master Nick fuehrt alles hin zum waffenlosen Kampf. Und da wird auch der Schwerpunkt fuer das Verstaendnis gelegt. Wenn also das naechste Mal die Frage aufkommt, ob die FMA wirklich Waffenlosen Kampf trainieren (oder ob das nur aus Marketing-Gruenden dazu gehoert) empfehle ich, einfach mal nach Manila zu fahren und ein paar Einheiten Bahad Zu’bu zu trainieren… das beantwortet die Frage sofort. Edit-Ende

Im Anschluss an das Training machte ich mich auf Richtung Makati, um den Squadron Shop zu suchen, von dem ich im FMA-Forum gelesen hatte – schliesslich hatte ich noch nicht einmal eigene Sticks. Ohne die Hilfe von Jonathan, meinem Travel-Guide (*G*) waere ich wohl nicht einmal in Makati angekommen. Als ich dann aber doch nach zwei Stunden (Jeepney, LRT, Bus) ausstieg, kam der zweite Kulturschock. Eben noch umgeben von einfachen Huetten, fand ich mich in einer Welt der glaesernen Hochhaeuser wieder. Makati erinnert eher an die Skyline von LA oder Tokio als an das philippinische Manila meiner Vorstellung. Wie in Amerika fuehlt man sich denn auch in den Malls – riesige Kinos neben Wendys, Burger King, Pizza Hut und McDonalds; Sony, Panasonic und Nokia neben City Bank, HK Bank, …

Im Vergleich zu Makati sieht der Potsdamer Platz aus wie ein Dorf-Marktplatz! Dementsprechend oft ragen hier auch Europaeer und Amerikaner aus der Menge, die Cafes sind voller offensichtlich gut verdienender Filipinos, vor allem aber auch Chinesen und Japaner.

Die einzige Gemeinsamkeit mit Malate und der Gegend von Master Nicks Haus – ich fand mich wieder nicht zurecht. Statt verwinkelter Gassen sah ich mich nun mit riesigen Malls mit zahlreichen Ebenen konfrontiert – und ich wusste nur, dass der Shop irgendwo am Makati Cinema Square sein sollte. Gluecklicherweise hatte ich aber Jonathan dabei, der nach einigem Herumfragen (die Security an jeder Ecke erfuellt ganz gut den Zweck einer Touri-Information) auch diese Huerde ueberwand und den Squadron Shop fand. Neben ein paar Stoecken gab es erfreulicherweise auch VCDs diverser schon seit Unzeiten nicht mehr erhaeltlicher FMA-Videos, so dass ich nun auch die Mandirigma-Produktions von Tatang Ilustrisimo und Ondo Caburnay habe.

Als wir aus der Mall kamen, war es dunkel (mein Zeitgefühl ist völlig im Eimer, und dann geht die Sonne auch noch um 19:00 Uhr unter!) aber immer noch heiss im Vergleich zum klimatisierten Shoppingcenter. Genug fuer Tag 2.

10 km (= 40 Minuten Taxi) spaeter war ich wieder im Hotel und nun tippe ich hier fleissig meinen Blog. Mal schaun, obs auch jemand liest 😉

Published in: on March 8, 2007 at 1:53 pm  Comments (2)  

Tag 1 – anstrengender als geplant

24 Stunden reist man mit Qatar-Airways bis nach Manila. Naja, eigentlich 17 Stunden und 7 Stunden der Sonne entgegen. Auf jeden Fall gibt es JetLag.

Zwar war der Flug wirklich angenehm – die Film- und Getraenkeauswahl ist ja besser als daheim – aber irgendwie stimmt die innere Uhr nicht mehr.

Nachdem ich um 00:30 Uhr im Hotel ankam erwartete mich schon eine Nachricht von Master Canuday – mit einer Verabredung fuer den naechsten Tag (heute!) um 9:00 Uhr (MORGENS!!!).

Die Nacht fiel dann auch dementsprechend kurz aus. Obwohl ich waehrend des ganzen Fluges, also von Montag 22:00 Uhr deutscher Zeit bis Dienstag 22:00 Uhr philippinischer Zeit nicht geschlafen hatte, war ich nach der Ankunft natuerlich noch nicht muede. Wie denn auch, um 18:00 Uhr gewohnter deutscher Zeit. Und dazu kam noch die offensichtlich beliebte Karaokebar vor dem Fenster, die die Nacht zum Tag machte. Also ein paar Stunden im Bett waelzen und dann zum Fruehstueck.

Um 9:00 Uhr standen dann auch Master Canuday, Master Pedring und noch jemand, den ich noch nicht kannte, vor dem Hotel. Allerdings nicht wie von mir gehofft (… die Macht der Verdraengung…) um nur mal Guten Tag zu sagen, sondern um zu trainieren.

Ab ging es also in den Luneta Park (in meinem Reisefuehrer steht da Rizal Park, nur den Filipinos hat das wohl keiner gesagt und so spricht denn jeder nur vom Luneta Park) und bei 30 Grad (fuer mich gefuehlte 40, vor allem am Ende des Trainings) war Pamantukan Kali Ilustrisimo von Master Pedring angesagt. Wie er mir erklaerte, beruht sein System auf dem Stil seines Vaters (dem Pedring Romo, ueber den man in diversen Buechern lesen kann) und seinem Training mit Tatang Ilustrisimo.

Los ging es mit Einzelstock, spaeter war waffenlos angesagt. Wie erwartet (oder, an diesem uebermuedeten Morgen, eher “befuerchtet”) war der Anteil der Beinarbeit ungleich groesser, als ich es gewohnt bin. Naja, dafuer bin ich ja extra auf die Philippinen gereist – aber meine Beine werden sich wohl morgen nach dem Aufstehen raechen.

3 Stunden Training bedeuten dabei 3 Stunden Einzeltraining mit Master Pedring, von kurzen Pausen unterbrochen, in denen an jemand anderem eine Technik demonstriert wird. Nach 90 Minuten hab ich mich gefuehlt, als muesste doch bald die Sonne untergehen.. aber es war erst 11:00 Uhr und es ging unermuedlich weiter.

Nach drei Stunden war dann das 12er Angriffssystem des Pamantukan Kalis Ilustrisimo, die Parries (alles “mit der Kraft”), die Basis-Konterkombination und die Basisentwaffnung mit Festleger + die Waffenlose Umsetzung des ganzen so halbwegs in meinem Kopf… auch wenn die Konzentration doch oft nachliess. Jetzt muss ich das ganze nur noch 1000 mal trainieren… *G*

Im Anschluss ging es dann noch Einkaufen – hatte ich dank der Gewichtsbeschraenkung nicht mal Schampoo im Koffer – und dann ab zum Hotel. Und da bin ich jetzt immernoch und werde wohl bald in die (zum Glueck klimatisierte) Koje kriechen. – Schliesslich geht es morgen frueh weiter mit Master Canuday und Bahad Zu’bu.

(In Kuerze dann folgen dann auch ein paar Fotos und vielleicht Videos – aber dazu war ich heut’ nicht mehr in der Lage!)

Published in: on March 7, 2007 at 8:26 am  Comments (4)